| 20.03.2007 - Im Sommer wurde Andreas Klöden Dritter der Frankreich-Rundfahrt, im Herbst siegte er in Süddeutschland bei der Regio-Tour. Danach machte er nur noch Schlagzeilen mit seinem spektakulären Wechsel vom Bonner T-Mobile Team zur Schweizer Mannschaft Astana, die mit kasachischem Sponsor und Stars unterwegs ist. Gleich bei seiner ersten Rundfahrt im Jahr 2007 fuhr der gebürtige Sachse dann für sein neues den ersten Sieg ein. Bei der italienischen Fernfahrt Tirreno-Adriatico setzte sich Klöden, der neben seinem Teamkollegen und Freund Alexander Vinokourov, der ihm in Italien zum Sieg verhalf, zu den großen Favoriten auf den Sieg bei der Tour de France im Juli zählt, mit einem knappen Vorsprung von drei Sekunden vor dem Luxemburger Kim Kirchen (T-Mobile Team) durch, der auf der abschließenden Etappe, die der Spanier Koldo Fernandez (Euskaltel-Euskadi) mit seinem ersten Etappensieg im Sprint abschloss, nicht mehr die Gesamtführung attackieren konnte.
Obwohl parallel zu Pairs-Nizza ausgetragen, starteten viele Stars in Italien in die Rundfahrtsaison. So ging auch Ivan Basso zu seinem ersten Renneinsatz 2007 in die Pedale, beendete das Rennen jedoch nicht. Auch Weltmeister Paolo Bettini, der hingegen mit Ambitionen angereist war, konnte die Rundfahrt nach einigen Stürzen nicht zu Ende fahren. Doch auch ohne zwei Große entwickelte sich das Rennen, wie Pairs-Nizza vorher ebenfalls, zu einer sehr spannenden und sportlich hochklassigen Veranstaltung.
Diese begann mit einem Massensprint auf der ersten Etappe, in der der Australier Robbie McEwen (Predictor - Lotto) die gesamte Sprintelite, nur Tom Boonen (Quick.Step-Innergetic) fehlte unter den ganz Großen, um Oscar Freire (Rabobank), Thor Hushovd (Crédit Agricole), Stuart O'Grady (Team CSC), Bernhard Eisel (T-Mobile Team) Erik Zabel und Alessandro Petacchi (beide Team Milram) sowie weitere, durchsetzen konnte. Doch dieser Massensprint sollte trotz der großen Sprintergruppe der einzige, in dem sich alle zeigen konnten.
Auf der zweiten Etappe durfte sich der Russe Alexandr Arekeev (Acqua & Sapone) als Ausreißer über seinen ersten Sieg bei den Profis freuen. Aus deutscher Sicht zeigte sich Sven Krauss (Gerolsteiner) als Dritter hinter Daniele Contrini (Tinkoff) stark im ersten Verfolgerduo. Nach diesem etwas hügeligen Teilstück folgte die dritte Etappe und die zweitätige ”Riccó-Show”.
Die dritte Etappe sicherte sich der Italiener Riccardo Riccò von Saunier Duval-Prodir einer erneut hügeligen Etappe mit einem kurzen Schlussanstieg mit 2 Sekunden Vorsprung vor Alexander Vinokourov (Astana), auf den seinen Teamkollegen Klöden und 24 weitere Fahrer zeitgleich folgten. Mit dabei auch noch Stefan Schumacher (Gerolsteiner) und Kim Kirchen.
Auch auf der folgenden vierten Etappe konnte keiner den 23 Jahre jungen Italiener Riccó schlagen. Nach 161 Kilometern rettete er diesmal vier Sekunden auf die große Gruppe der Favoriten ins Ziel nach Offagna. Die Verfolger wurden diesmal von Schumacher und Vinokourov ins Ziel geführt, während Riccó sich das gelb-rote Leadertrikot sichern konnte.
Die Vorentscheidung sollte am fünften Tag fallen. Ein 20,5 Kilometer langes Einzelzeitfahren stand an und der schon aktive Schumacher zeigte zum ersten Mal seine Fähigkeiten im Kampf gegen die Uhr. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von einer Sekunde distanzierte er Andreas Klöden auf den zweiten Platz und feierte seinen ersten Saisonsieg. Dritter, mit sechs Sekunden Rückstand auf ”Schumi”, wurde der luxemburgische Meister Kim Kirchen gefolgt von Vinokourov. So übernahm Schumacher auch das Trikot des Gesamtführenden, wenigstens für einen Tag.
Denn auch nach der folgenden Königsetappe, die sich der junge Italiener Matteo Bono (Lampre-Fondital) änderten sich die Namen unter den ersten Vieren der Gesamtwertung nicht, allerdings stand nicht mehr Schumacher an der Spitze, sondern sein Landsmann Klöden, der auf der Bergankunft als Tagesneunter zweitbester der ersten Vier war. Besser fuhr noch Kim Kirchen, der zwar sechs Sekunden schneller war als Klöden, in der Gesamtwertung aber drei Sekunden zu wenig aufholte um das gelb-rote Trikot zu übernehmen. So ordneten sich Klöden, Kirchen, Vinokourov und Schumacher an der Spitze in dieser Reihenfolge neu an.
Daran änderte sich die letzte Etappe nicht mehr. Es noch mal zu einem Massensprint bei dem Koldo Fernández zum ersten Mal zuschlagen konnte. Er verwies Stuart O'Grady (Team CSC) und Gabriele Balducci (Acqua & Sapone) auf die Plätze. Die verbliebenen Sprint-Asse griffen nicht ganz vorne im Kampf um den Tagessieg ein.
Vor allem aus deutscher Sicht war dieses Jahr die Fernfahrt in Italien sehr erfreulich. Stefan Schumacher und Andreas Klöden, die größten deutschen Hoffnungsträger für kleine Rundfahrten und Eintagesrennen (Schumacher) und die große Tour de France (Klöden) stellten eine ansprechende Form unter Beweis. Erfreulich ist auch die gute Performance des T-Mobile Team, das sich mit Kirchen und Eisel unter den jeweiligen Tagesbesten zeigen konnte.
| Gesamtsieger | Andreas Klöden (Astana) |  |
| Punktbester | Riccardo Riccó (Saunier Duval-Prodir) |  |
| Bergtrikot | Salvatore Commesso (Tinkoff) |  |
| Teamwertung | Tinkoff |  |
- Aktuelle Einzelwertung der UCI ProTour 2007
- Aktuelle Teamwertung der UCI ProTour 2007
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