| 23.07.2006 - Floyd Landis (Phonak) ist als Nachfolger von Lance Armstrong in die Geschichte des Radsports eingegangen. Der Landsmann des großen siebenmaligen Toursiegers siegte nach 89 Stunden, 39 Minuten und 30 Sekunden Fahrtzeit bei der 93. Auflage der Tour de France und beendete die wohl spannendste und abwechslungsreichste Frankreich-Rundfahrt seit langer Zeit vor dem Spanier Oscar Pereiro (Caisse d'Epargne-Illes Balears) und dem Deutschen Andreas Klöden (T-Mobile Team). Auf der Schlussetappe rollte der Gesamtführende mit den Favoriten über die Ziellinie auf den Champs-Elysées, während sich der Norweger Thor Hushovd den begehrten Tagessieg auf der Pariser Prachtallee sicherte. Er hänge im Finale den Gewinner der Punktewertung Robbie McEwen (Davitamon-Lotto) sowie dessen australischen Landsmann Stuart O'Grady (Team CSC) und den Unnaer Erik Zabel (Team Milram), der Zweiter der Punktewertung wurde, ab und feierte seinen zweiten Tagessieg bei dieser Tour. Er hatte bereits zum Auftakt den Prolog gewonnen.
In der Anfahrt nach Paris ereignete sich erwartungsgemäß nichts. Keine Sprints um die Sprint- und Bergwertung, ein sehr langsamer Rennverlauf, bis die Champs-Elysées erreicht wurden. Die ersten Attacken auf der ersten von insgesamt zehn Runden waren noch unerfolgreich, doch die Gruppen, die sich von hundertausenden Zuschauern absetzten wurden immer größer und mit der Gruppengröße wuchs auch der Abstand zum Feld. Sehr aktiv fuhr der Berliner Jens Voigt (Team CSC), der aber auch keinen Erfolg hatte. Auch eine Attacke von Yarloslav Popovych (Discovery Channel) einen Kilometer vor dem Zielstrich wurde nicht belohnt. So kam es zum Massensprint, den Hushovd aus McEwens Windschatten kommend souverän gewann.
Die Tour de France 2006 wird vielen als eine Tour der Überraschungen und Wendungen in Erinnerung bleiben. Sieben verschiedene Träger des Gelben Trikots, keine konnte es länger als vier Tage verteidigen. Viele neue Gesichter tauchten auf, so der Spanier Pereiro ddem ma zwar 30 Minuten "schenkte", der sich aber danach in einer sehr starken Form präsentierte und seinen zweiten Platz ebenso verdiente, wie Andreas Klöden Platz drei oder Cyril Dessel (Agr2) den 8. Gesamtrang.
Das Bergtrikot sicherte sich wie im Vorjahr Michael Rasmussen (Rabobank), der nebenbei noch seinen Kapitän Danis Menchov unterstützte, dieser wurde Gesamtsechster. Auch die Bergwertung wurde von David de la Fuente (Saunier Duval) interessant gehalten, er trug sechs Tage das Bergtrikot durch Pyrenäen und Alpen. Darüber hinaus wurde er als aktivster Fahrer geehrt. Die Punktewertung ging durch die Aufgaben von Weltmeister Tom Boonen (Quick.Step-Innergetic) und Oscar Freire (Rabobank) letztendlich eindeutig an den Australier McEwen, Erik Zabel wurde mit ganzen 89 Punkten Rückstand Zweiter, ein gutes Resultat für den Unnaer.
bester Jungprofi blieb der Italiener Damiano Cunego (Lampre-Fondital), der 38 Sekunden auf Markus Fothen (Gerolsteiner) nach Paris brachte. Die Teamwertung sicherte sich zum dritten Mal in Folge das T-Mobile Team. Ein souveräner Vorsprung von mehr als 17 Minuten auf das Team CSC stand am Ende zu Buche.
Man kann sich nach der ersten Tour ohne Lance Armstrong auf spannende kommende Jahre freuen, noch nie war der Abstand vom ersten der Gesamtwertung auf den Dritten so gering wie in diesem Jahr (1:29 Minute), hier zeigt sich die Ausgeglichen- und Chancen gleichheit der Weltspitze. Doe Tour de France 2006, die zu Beinng zur Doping-Tour zu werden drohte, wird als ein Neuanfang in der Tourära in Erinnerung bleiben, Jann Ullrich und Ivan Basso vermisste man höchsten in den ersten Tagen. Wie sich das Gesicht des Radsports ändern wird, wird die Zeit zeigen, doch diese Frankreich-Rundfahrt macht Lust auf mehr.
- Übersicht der Tour de France 2006
- Startliste der Tour de France 2006
- Alle Sieger der Tour de France
Gesamtwertung der Tour de France 2006
- Punktewertung der Tour de France 2006
- Bergwertung der Tour de France 2006
- zurück
| Die 19. Etappe (gestern) | Die 20. Etappe (heute) |
 |  |
|